Vita

 

“Es sind spannende Fragen, die in diesen Werken stecken – aber der Künstler zwingt sie dem Betrachter nicht auf. Das gibt seinen Arbeiten Tiefe und zugleich Freiheit.” (Riesenhuber, H.: Schöne Körper, spannende Fragen, in: Weilheimer Tagblatt (2018), Nr.88, S.9)

Jakob Lukas Liehmann wurde 1989 geboren.

Mit der Bildhauerei kam er schon während seiner Schulzeit in Berührung, als er auf einer Kunstfahrt nach Azzano und Florenz neben dem Besuch von Kirchen und Museen auch die Bearbeitung von Marmor kennenlernte.

Nach Abschluss des Abiturs verbrachte er ein halbes Jahr in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, wo er bei einer wohltätigen Organisation in den Slums von Kirkos arbeitete. Auf seinen Reisen durch das Land, die er gemeinsam mit einem Straßenjungen aus Addis Abeba unternahm, erstaunte und faszinierte ihn besonders das Leben und die von Dämonen bevölkerte Glaubenswelt der Landbevölkerung.

Nach seiner Rückkehr schrieb er sich an der Universität für angewandte Kunst in Wien ein und verfolgte das Studium die zwei folgenden Jahre. Unzufrieden mit dem Universitätsbetrieb entschlosss er sich 2012 gegen eine akademische Ausbildung.

“Ich brauche den Zugang über das Material, ich muss den Ton oder den Stein in meinen Händen spüren, ihm zuhören, mit allen Sinnen Fühlung aufnehmen.  . Die Ideen müssen sich frei entwickeln können. Dafür brauchen sie Raum! Und Freiheit! Die Universität war für mich leider nicht der richtige Ort.”

Er kehrte zurück nach Bayern, begann eine Steinmetzlehre und setzte sich als Autodidakt intensiv mit der Bildhauerei auseinander.

Im Jahr 2014 nahm er am „Leonardo da Vinci-Projekt“ in Carrara teil, wo er selbständig im Atelier von Umberto Tonji in Pietra Santa arbeitete und später Boutros Romhein bei dessen skulptureller Arbeit unterstützte.

Seit 2015 ist J. L. Liehmann als freischaffender Künstler aktiv und stellt regelmäßig aus.

Sein Atelier befindet sich in Huglfing (Oberbayern).